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Schallplatten aufbewahren

Immer gut aufgelegt: Schallplatten richtig aufbewahren

Schwarzes Gold – so nannte man das runde schwarze Ding mit dem Loch in der Mitte einst. Es gab eine Zeit im vorigen Jahrhundert, da war die Schallplatte das, was heute der Streaming-Dienst ist – das Nonplusultra des Musikhörens. Erst löste die CD das gute alte Vinyl ab, dann folgte die digitale Musikrevolution.

Doch die Schallplatte war nie wirklich weg. Vielmehr erlebt sie seit geraumer Zeit wieder so etwas wie einen zweiten Frühling. In den vergangenen Jahren stiegen die Verkaufszahlen wieder und vielerorts gehört der Plattenladen wieder zum Stadtbild.

Oftmals werden dort sowohl gebrauchte als auch neue Platten verkauft. Was kaum einer weiß: Es gibt tatsächlich Offizielle Deutsche Vinyl-Charts.

Top oder Flop – Die Schallplattenauktion

Aber nicht nur in den Läden oder in Onlineshops wird das schwarze Vinyl gehandelt. Mit Top oder Flop gibt es in vielen deutschen Städten eine Veranstaltungsreihe, bei der LPs versteigert werden: Besucher bringen alte Platten mit. Diese werden auf dem Plattenspieler angespielt. Das Startgebot liegt bei 50 Cent. Findet sich kein Bieter, wird die Platte live zerstört.

Das ist allerdings eher die Ausnahme, meist werden die LPs als Liebhaber- oder Sammlerstücke gehandelt. Einige Schallplatten-Besitzer haben nicht einmal einen Plattenspieler, um die Tonträger abzuspielen. Die Platte mit dem großen Cover sieht einfach schick aus und findet als Deko Verwendung. Oftmals spielen auch sentimentale Gefühle eine Rolle: Käufer holen sich damit Kindheits- und Jugenderinnerungen zurück.

Aber egal ob Sammler, Händler oder Nostalgiker – die richtige Handhabung und Aufbewahrung sollte jeder berücksichtigen.

Welches Material zur Aufbewahrung von Schallplatten?

Schellack – der Vorläufer von Vinyl – und auch Vinyl sind die Materialien, aus denen Schallplatten gefertigt werden. Leider sind die Kunststoffe sehr anfällig für Beschädigungen. Und hat die Lieblingsplatte erst einmal einen Kratzer, ist die Beschädigung von Dauer: Die Tonqualität leidet darunter und nicht zuletzt sinkt der Sammlerwert. Aus diesem Grund ist die richtige Verpackung der Plattensammlung essentiell. Vor allem dann, wenn man viel kauft und verkauft.

Grundsätzlich sollten Schallplatten immer in einer passenden Hülle aufbewahrt werden. Darunter versteht man das Plattencover aus Karton. Im Idealfall steckt die Platte zudem noch in einer weichen antistatische Verpackung. Da die Umverpackung aus Karton aber immer noch keinen ausreichenden Schutz vor Feuchtigkeit und Staub bietet, eignen sich Beutel aus Plastik mit Druckverschluss in der Größe 35 x 45 cm.  Die Beutel sind stabil und reißfest, aber auch schnell und einfach zu öffnen. Bis zu 70 LPs haben anschließend Wellpapp-Faltkarton  in der Größe 35 x 35 x 35 cmPlatz. So kann ordentlich verpackt und versendet werden. Beim Versand selbst empfiehlt sich zudem eine Kennzeichnung, um auf den richtigen Umgang mit der sensiblen Ware hinzuweisen.

Grundsätzlich gilt: Schallplatten senkrecht lagern. Bei einer waagerechten Aufbewahrung drohen Verformungen im Vinyl und Druckstellen im Cover. Das wiederum wirkt sich negativ auf die Klangqualität aus und mindert den Wert.

Pflegetipps für Schallplatten

Wer lange dem nostalgischen Klang in guter Qualität von der Schallplatte lauschen möchte, dem sei folgende Checkliste empfohlen:

Kühl, trocken und stehend lagern

Wärme und Feuchtigkeit sowie das waagerechte Lagern schaden der Schallplatte. Sie kann sich verziehen und schimmeln, mit entsprechenden Folgen für die Tonqualität.

So wenig wie möglich anfassen

Beim Herausnehmen die Schallplatte nur am Label und an den Rändern berühren. Denn Fingerabdrücke auf dem Vinyl sind bei der Wiedergabe hörbar. Durch sorgsames Anfassen erspart man sich zudem eine aufwändige Reinigung.

Schallplatten richtig aufbewahren

Eine elektrostatische weiche Hülle, der Originalkarton und eine Plastiktüte – kommen die zur Anwendung und zwar in der genannten Reihenfolge, ist die Schallplatte vor Staub und Feuchtigkeit geschützt.

Die richtige Reinigung

Eine regelmäßige Reinigung erhöht die Lebensdauer. Um etwa das Knistern beim Abspielen durch Staubkörnchen zu vermeiden, eignet sich eine antistatische Bürste: Vor jedem Abspielen die Schallplatte von Staub befreien, lautet ein weiterer Pflegegrundsatz. Wer tatsächlich viele Platten sein Eigen nennt, für den lohnt sich auch eine Plattenwaschmaschine. Tonträger, die häufig angehört werden, sollten alle zwei bis drei Jahre einmal gewaschen werden. Plattenläden bieten diesen Service teilweise an.

Eine saubere Nadel

Nicht nur die Schallplatte, auch die Plattennadel benötigt Pflege. Nach jedem Abspielvorgang deshalb die Nadel mit einer entsprechenden Bürste reinigen. Im Idealfall die Nadel in einem Behälter oder unter einer Abdeckung aufbewahren. Ein regelmäßiger Austausch der Nadel ist erforderlich um Sprünge und dadurch eventuelle Schäden an der Schallplatte zu vermeiden.

Schallplatten nur für Liebhaber?

Ob der natürliche, warme Klang von Schallplatten tatsächlich besser ist, als die digitale Reinheit bei Streaming-Diensten sei mal dahingestellt. Was allerdings für Schallplatten spricht, ist die Umgebung, in der die Schallplatte gehört wird: Es ist eine bewusste Entscheidung hin zur Musik, beide Hände werden benötigt, um das Vinyl aus der Verpackung zu nehmen und aufzulegen. Musik wird bewusst konsumiert und nicht wie sonst, nebenher gehört – im Auto, beim Sport oder beim Einkaufen.

Und der richtige Umgang mit der LP wird belohnt: Obwohl die Platte sehr empfindlich ist, ist sie unter optimalen Bedingungen quasi unbegrenzt haltbar. Es lohnt sich also, die Verpackung sorgfältig auszuwählen, um auch in Jahren noch das unveränderte Klangerlebnis genießen zu können. Wer sich also bewusst für Schallplatten entscheidet, sollte auch Spaß im Umgang und beim Hören haben. Es nimmt vergleichsweise mehr Zeit in Anspruch als das Streamen von Musik.