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Geschichte der Tragetasche

Praktische Tragehilfe und Werbeträger: Die Tragetasche als „laufendes“ Plakat

Tüten gehören zu den ältesten Behältnissen überhaupt: Bereits in der Steinzeit wurden sie aus trichterförmig gefalteten Blättern, Tierhörnen oder Tierblasen gefertigt und Körner, Nüsse, Samen oder breiförmige Mahlzeiten darin aufbewahrt und transportiert. Seit etwa 1400 wird in Deutschland Papier hergestellt, in der Folge fanden auch Tüten aus Papier erste Verwendung. Mit der Industrialisierung begann schließlich ihr weltweiter Siegeszug. Die ersten fabrikgefertigten Papiertüten wurden 1853 hergestellt. 

Die Tragetasche auf dem Weg zum Alltagsgegenstand

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine Vielzahl an Tütenformen. Diese dienten vorrangig als Verpackung für Lebensmittel. So machten beispielsweise seit den zwanziger Jahren eingeklebte Papierstreifen den Transport von Flaschen sicherer – ein auch heute noch übliches Verfahren, das man auch vom Sixpack kennt.

Tragetaschen, ob aus buntem Papier oder widerstandsfähigem Kunststoff, gehören in unserem (Geschäfts-)Alltag dazu: Bunt bedruckt und in verschiedenen Größen und Formen begegnen sie uns im Kaufhaus, in der Boutique oder in der Zeitschriftenhandlung. Hersteller von Kosmetika oder Schmuck setzen bevorzugt auf bedruckte Lackpapier-Tragetaschen mit Tragekordel, während wir unseren Einkauf im Supermarkt in bedruckten Papiertragetaschen verpacken.

Auch wenn die Plastiktüte nach und nach aus unserem Alltag verschwindet und begrüßenswerterweise durch wiederverwendbare Tragetaschen ersetzt werden: Es gehen durchschnittlich 65 Tüten pro Jahr durch unsere Hände. Dabei fungieren sie nicht nur als praktische Tragehilfe, sondern auch als Werbeträger. Denn eine stabile Tragetasche wird wieder (und wieder und wieder und wieder…) verwendet. Jede Tüte kommt in ihrem „Leben“ so auf knapp 300 Sichtkontakte – eine beachtliche Zahl für einen Gegenstand, der zunächst nur das Einkaufen erleichtern sollte.

Tragetaschen-Boom

Die Tüte boomte in der Konsumgesellschaft der fünfziger und sechziger Jahre. Zugleich tüftelte die Wissenschaft an neuen, leicht zu verarbeitenden Werkstoffen, die handlich und reißfest waren. Anfang der fünfziger Jahre kamen die ersten Plastikbeutel aus vollsynthetischem Kunststoff auf den Markt – meist aus Polyethylen (PE) gefertigt. 1965 begann das Massenzeitalter der Plastiktüte, die schon bald ihrer Schwester aus Papier den Rang ablief und höhere Marktanteile erreichte. Ihre Vorteile: Sie wiegt wenig, hält aber zugleich großen Belastungen stand. Zudem ist sie wasserdicht und lässt sich mehrfach nutzen.

Ein Vorteil, der leider allzu schnell in Vergessenheit geriet: Allzu oft wurde die Plastiktüte nur ein einziges Mal benutzt und anschließend entsorgt, ebenfalls viel zu oft nicht sachgemäß – was zur dauerhaften Vermüllung der Weltmeere beitrug. 

Papier, Plastik oder Jute?

Welche Variante ist nun die ökologisch sinnvollere Tragetasche? Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass es nicht das Material ist, das den Unterschied macht. Sondern das Verhalten der Verwender: Denn wird eine Tasche mehrfach wiederverwendet, verbessert sich mit jeder Verwendung deren Ökobilanz. Und gleichzeitig erhöht sich die Zahl der Sichtkontakte! 

Plastiktüte

Plastiktasche

Papiertüte bedruckt

Papiertasche

Lackpapiertüte bedruckt

hochwertige Lackpapiertasche

Widerstandsfähig und vielfältig

Aufgrund ihrer Vielfalt an Designmöglichkeiten und den geringen Herstellungskosten eignen sich Tragetaschen als ideale Werbeträger. Dieses Potenzial erkannten auch Unternehmen ziemlich schnell – und das Prinzip des „laufenden“ Plakats war geboren: So verteilte das Kaufhaus Horten 1961 erstmals Kunststofftüten in Großauflage. Andere, auch kleinere Geschäfte zogen nach. Noch vor relativ kurzer Zeit war der praktische Helfer aus unserem Alltag nicht wegzudenken und ist so Teil unserer Konsum- und Kulturgeschichte geworden. Gerade die großen Kaufhäuser und Handelsketten reagierten jedoch auf den öffentlichen Druck und nahmen die Plastiktüten aus dem Angebot. Der nächste Schritt in der Geschichte der Plastiktüte könnte also der vom Alltags- zum Sammelobjekt sein ;-)

Während die Tragetasche aus beispielsweise LDPE also  aus den Einkaufspassagen, Shopping Malls und Supermärkten verschwindet feiern die Papiertragetaschen und andere Alternativen wie die Baumwolltragetasche aber auch die Lackpapiertragetasche für hochwertige Produkte einen regelrechten Siegeszug. Sie alle haben, so unterschiedlich sie sind, etwas gemeinsam: Sie lassen sich bedrucken und personalisieren – und werden so zum Werbeträger. 

Und so ist eine aufwändig und originell gestaltete Tragetasche gleich im mehrfachen Sinne ein Gewinn: 

  • Sie dient als Werbung für Ihr Unternehmen und Ihre Marke
  • Sie transportiert den Gedanken der Nachhaltigkeit – was ebenfalls auf Ihr Markenimage einzahlen wird
  • Sie ist robust und haltbar – was die Zahl der Nutzungen und damit die Zahl der Sichtkontakte erhöhen wird

Wie sehen Sie das Tüten-Thema? Hier können Sie abstimmen: 

tragetaschen abstimmung

gefunden auf: geo.de