Feedback
Papierrecycling

Papierrecycling – der Umwelt zuliebe

Druckerpapier im Büro, der Coffee-to-go-Becher, die Verpackung der Onlinebestellung oder die Tapete… Papier gibt es in den unterschiedlichsten Varianten und es wird nahezu in jedem Bereich eingesetzt. Und das unheimlich verschwenderisch! Rein rechnerisch hat im Jahr 2018 jeder Österreicher 218 Kilogramm Papier oder Kartons verbraucht. Das entspricht einem Gesamtverbrauch von 1,93 Millionen Tonnen. Trotz moderner Technologien und der Digitalisierung steigt der Papierverbrauch weiter an. Das Nachbarland Deutschland, mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 247 kg gilt in diesem Zusammenhang als trauriger Rekordhalter, nur China, USA und Japan verbrauchen noch mehr Papier. Betrachtet man jedoch die Einwohnerzahlen der anderen Länder, wird schnell klar, dass die Deutschen den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch haben. Den Titel Recyclingweltmeister erhält ebenfalls Deutschland. Kein anderes Land erreicht so hohe Recyclingquoten, der Altpapierverbrauch im Verhältnis zum gesamten Papierverbrauch lag 2017 mit 83,6 Prozent so hoch wie nie. Die Österreicher bringen es immerhin auf eine Recyclingquote von 79%.

Was landet in der Papiertonne?

Immerhin 39 Prozent aller 2017 im deutschsprachigen Raum verbrauchten Papiere entfallen auf Druck- und Pressepapiere. Darunter versteht man alle Papiere, die für Zeitungen, Zeitschriften oder als Schreib- und Kopierpapier verwendet werden. Den größten Anteil machen mit 48 Prozent jedoch Verpackungspapiere aus. Hier sind Verbraucher wie Händler und Industrie gleichermaßen gefragt!  Im Einklang mit RAJAS 5 Verpackungsgrundsätzen Reduzieren, Wiederverwenden, Ersetzen, Nachwachsen und Recyclen umfasst unser Sortiment eine Vielzahl an Recycling-Produkten und umweltfreundlichen Verpackungen.

So geht Papierrecycling

Das Altpapier wird je nach Region in blauen Tonnen, in Containern oder vom örtlichen Verein eingesammelt. Wie auch beim Recyling von Kunststoff kommt es auf die Trennung des Rohstoffes nach Papierart an. Im Sortierhof werden die unterschiedlichen Papierarten erstmal sortiert: Fremdkörper wie Kunststoffe werden entfernt und dunkle Papiersorten werden von hellen getrennt. Denn aus dem braunen Versandkarton wird kein weißes Druckerpapier. Dunkle Papierarten werden wieder zur Produktion von dunklen Produkten verwendet.

Anschließend beginnt der Recylingprozess: Das Papier wird zerkleinert und die Druckfarbe mit dem sogenannten Deinking-Verfahren entfernt. Das bedeutet, das Papier wird in Wasser, Peroxid und Natronlauge gegeben und in seine Bestandteile zerlegt. Die Natronlauge sorgt dafür, dass die Papierfasern besser aufquellen, die Seife spült die Druckfarben quasi aus. Es entstehen Schaumblasen, die die Farbe aufnehmen und anschließend abgesaugt werden.

Der Recyclingprozess

Danach beginnt die eigentliche Papierproduktion: der Faserbrei wird gepresst und getrocknet, um den Feuchtigkeitsanteil zu entfernen. Je nach Anforderungen an das Papier wird es noch zusätzlich gebleicht oder bemalt.

Papierrecycling ist aber nicht unbegrenzt möglich. Nicht alles Altpapier kann recycelt werden. Irgendwann werden die Holzfasern zu kurz und es können keine beständigen Papiere mehr hergestellt werden. In der Regel ist ein Recycling bis zu sechs Mal möglich.

Das Wissenschaftsmagazin Galileo hat einen Recyclinghof besucht und den Recyclingprozess begleitet:

Vorteile von Recyclingpapier

Laut Papieratlas wird mit einem Blatt Recyclingpapier die Energie zum Erwärmen einer Tasse Kaffee eingespart und schon bei 1.000 Blatt Recyclingpapier die Wassermenge einer gefüllten Badewanne. Der Blaue Engel (Deutschland) ist ein Umweltzeichen, das langlebige und umweltfreundliche Produkte auszeichnet, unter anderem auch Recyclingpapiere. Dort hat man einen klaren ökologischen Vorteil errechnet: Durch Recyclingpapier werden im Vergleich zu herkömmlichen Papieren 70 Prozent Wasser, 60 Prozent Energie und 100 Prozent Holz eingespart. Und trotzdem ist Recyclingpapier ebenso langlebig wie Frischfaserpapier und dazu meist günstiger im Einkauf.
Auch wenn in vielen Köpfen die Erinnerung an die ersten Recyclingpapiere verankert ist, weist das Papier die gleiche Qualität wie Frischfaserpapier auf. Und wenn es denn weißer sein soll, kann auf unterschiedliche Papierarten zurückgegriffen werden, mit 60er, 70er, 80er oder 100er Weiße. Wenngleich das Papier nur so weiß wie nötig sein sollte, denn eine höhere Weiße geht mit einer aufwändigeren Aufbereitung und höheren Faserverlusten einher.

Zusammengefasst heißt das:

  • Recyclingpapier reduziert den Müll, denn Altpapier ist ein Rohstoff, der weiterverarbeitet wird.
  • Recyclingpapier schont die Umwelt, kein Baum wird dafür gefällt und Transportwege durch den Import von Holz werden eingespart.
  • Recyclingpapier schont Ressourcen durch Wasser- und Energieeinsparung.

Papierverbrauch reduzieren und recyceltes Papier verwenden

Von der Papierkunst aus vergangenen Tagen ist wenig übriggeblieben – Papier ist zum Wegwerfprodukt verkommen. Umso wichtiger ist es, möglichst viel recyceltes Papier einzusetzen und Ressourcen zu schonen.
Recyclingpapier bringt die gleiche Qualität, was Haptik und Optik angeht, mit wie solches aus Frischfasern. Bei Tests mit Hochglanzdrucken wurden bei einer Umfrage des Marktforschungsinstigut TNS Emnid die Papiere als gleichwertig empfunden. Beim Einkaufen sollte man also darauf achten, zu Produkten aus recyceltem Papier mit dem Umweltzeichen Blauer Engel zu greifen.
Oder noch besser: wenn kein Papier verwendet wird, wird es eingespart! Betrachtet man den hohen Verbrauch in Deutschland, kann so jeder einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Organisation Protect (Natur-, Arten- und Landschaftsschutz) empfiehlt daher unerwünschte Zeitungen und Werbungen abzubestellen, auf digitale Dokumente zurückgreifen, immer beide Papierseiten zu verwenden und auch Recyclingpapier nur sparsam einzusetzen.
Nichtsdestotrotz darf auch nicht vergessen werden, dass Papier ein nachwachsender Rohstoff ist, der meist die umweltfreundlichere Alternative ist.