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Logistik in Krisenzeiten

Die Corona-Pandemie hat unser gewohntes Leben komplett aus der Bahn geworfen und wir alle stehen vor ungeahnten Herausforderungen. Auch im Warenverkehr und der Logistik sind massive Einschränkungen zu beobachten: laut BVL ist mit einem zunehmenden Fahrermangel zu rechnen und Amazon beginnt bereits seine Lagerkapazitäten für jetzt benötigte Produkte frei zu machen:

Im Zuge der wachsenden Ausbreitung von COVID-19 verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage im Online-Shopping, die sich kurzfristig auch auf Bestellungen auswirkt. Aus diesem Grund priorisieren wir vorübergehend den Eingang von Waren für den täglichen Bedarf, medizinischen Verbrauchsgütern und anderen Produkten mit hoher Nachfrage in unseren Logistikzentren.

Quelle: https://blog.aboutamazon.de/amazon-gemeinsam/covid-19-unterstützung-für-amazon-kunden-mitarbeiter-unternehmenspartner-und-gesellschaft

Niemand kann genau vorhersagen wie sich die Situation entwickelt, einige grundlegende Dinge können jetzt helfen die Situation für Logistiker und Produzenten zu vereinfachen.

  1. Auf längere Lieferzeiten einstellen
    Wir bei RAJA können unsere Lieferzeiten von 24/48 h aktuell noch garantieren, keiner kann jedoch voraussagen wie sich die Situation entwickelt. Weltweit sind verschärfte Grenzkontrollen in Kraft getreten. Auch an den innereuropäischen Grenzen wurden wieder Kontrollen eingeführt um die ungehemmte Verbreitung vom COVID-19 einzudämmen. Zwar soll der Güterverkehr weiterhin laufen, allerdings muss mit erheblichen Wartezeiten durch kilometerlange Staus an den Grenzen gerechnet werden, was wiederum dazu führen kann, dass sich die Lieferungen verzögern. Der Softwareanbieter Sixfold hat eine Karte mit Live-Daten veröffentlicht mit der LKW-Fahrer die aktuellen Wartezeiten verfolgen können: https://covid-19.sixfold.com/

  2. Lagerkapazitäten nutzen
    Lagerkapazitäten die noch vorhanden sind sollten nun genutzt werden und Ware die unter Umständen bei externen Anbietern eingelagert wurde sollte jetzt abgerufen werden. Auf diese Weise können Nachproduktionen rechtzeitig ausgelöst und ein Puffer für die nächsten Monate aufgebaut werden. Verpackungsmaterial kann auch längere Zeit auf Lager gehalten werden, handelt es sich doch um Produkte die kaum kritische Haltbarkeitsgrenzen erfüllen. Sogar Klebeband kann 6 Monate ohne Qualitätsverlust gelagert werden (bedrucktes Klebeband 3 Monate), Papierklebeband sogar über mehrere Jahre.

  3. Vorausschauend Planen
    Die Corona-Krise offenbart die Schwächen der Just-in-Time Lieferung: der vernetzte Weltmarkt ermöglichte es vielen die eigene Lagerhaltung zurückzufahren. Die punktgenaue Planung ist aktuell jedoch schwierig. Wenn Sonderlösungen benötigt werden, sollten diese wenn möglich jetzt frühzeitig bestellt werden, um eventuelle Engpässe zu vermeiden.

  4. Mit Bedacht handeln
    Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen aber bei allem gilt: Ruhe bewahren und mit Bedacht handeln. Besonders gefragt ist gerade Verständnis und Rücksichtnahme und ein respektvolles Miteinander in allen Bereichen. Viele Unternehmen haben ihre Arbeitstätigkeit eingeschränkt, ausgesetzt oder ins Homeoffice verlagert, daher kann es zu Engpässen oder Problemen der Erreichbarkeit kommen. Niemand ist davon ausgenommen, denn jeder ist von den aktuellen Entwicklungen betroffen und nur gemeinsam werden wir diese umfassenden Herausforderungen meistern können.

  5. Mitarbeiterschutz und Personalplanung
    Die beiden grundlegenden Schutzmaßnahmen gelten auch und besonders am Arbeitsplatz: Distanz – wo möglich – und Hygiene. Das mobile Arbeiten bzw. das Arbeiten von zu Hause aus ist ein ganz wesentlicher Schritt, um weiter handlungsfähig zu bleiben. Aber auch dann ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, Notfall- bzw. Vertretungspläne zu aktualisieren. Wer vertritt wen im Krankheitsfall? Gibt es (schriftliche) Übergaben, für den Fall, dass vertreten werden muss?

Die WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich) hat für alle Unternehmen ein Informationsportal eingerichtet. Hier gibt es Checklisten, Aushänge und wichtige Fragen werden beantwortet.

Über allem steht die Gesundheit und sie für möglichst viele zu erhalten ist jetzt unsere gemeinsame Aufgabe.