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Wellpappe ganz nah

Die Wellpappe ist 130 Jahre alt und trotzdem top in Form

Wie bei vielen Erfindungen hatte auch bei der Erfindung von Wellpappe der Zufall seine Finger im Spiel:

Eigentlich auf der Suche nach dem perfekten Prozess, um Stoffe in Wellen zu legen um beispielsweise bei Kleidungsstücken eine dekorative Halskrause herzustellen, erfand 1871 der Amerikaner Albert L. Jones die Urform der Wellpappe. Allerdings beklebte erst 1882 sein Landsmann Robert H. Thompson die Welle von beiden Seiten mit einer weiteren, flachen Pappschicht*. Die Wellpappe ist also genaugenommen erst gut 130 Jahre alt!

Die vielfältigen Einsatzbereiche der eigentlich einfachen Erfindung aber haben schnell große Wellen geschlagen: Als Dämm- und Polstermaterial ist die Wellpappe einfach genial! Sozusagen in einer Art Leichtbauweise wird der äußerst leichte Grundstoff Papier durch die Formgebung zu einem extrem belastbaren und widerstandsfähigen Dämm- und Polstermaterial. Die Nachfrage war im Zeitalter der Industrialisierung und des damit einhergehenden zunehmenden Warenhandel und -transports von Anfang an immens. 2012 machte die Produktion von Wellpappe schon 40% der Gesamtproduktion der deutschen Papierindustrie aus*.

Ein Geheimnis der Stabilität: Die Formgebung! Denn im Bogen wird der Druck von der Welle abgefangen und gleichmäßig an die äußeren Kartonschichten weitergegeben. Das physikalische Geheimnis dahinter ist so alt wie die Henne bzw. das Ei, denn auch die extrem dünne Schale eines Eis ist dank der Form in der Lage, überraschend großem Druck stand zu halten.

So kann die Welle seit 130 Jahren alt werden und Gebrauchsspuren davontragen ohne ihre Form und Stabilität zu verlieren …

* http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/werkstoffe/papier/wellpappe.jsp