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Bodenmarkierung Fußgänger

Bodenmarkierungen

Klare Sache: Eine gute und eindeutige Markierung der Arbeitswege in Lager und Fertigungshalle hilft nicht nur Unfälle vermeiden, sondern ermöglicht auch erst einen reibungslosen und effektiven Ablauf aller Prozesse. Nur wenn ich weiß, wo ich mich als Fußgänger gefahrlos zwischen den Regalen bewegen kann, wo ich als Gabelstapler Vorfahrt habe und wo genau die Palette hinkommt, so dass mein Kollege sie mit dem Gabelstapler später problemlos anfahren kann, nur wenn also jeder „Verkehrsteilnehmer“ die Vorschriften kennt und einhält, ist ein reibungsloser Ablauf gewährleistet – im Grunde wie im Straßenverkehr auch.

Dafür ist es aber auch wichtig, dass die geltenden Regeln und Vorschriften jedem bekannt sind bzw. in der Praxis auf den ersten Blick für jeden erkennbar und intuitiv erfassbar sind. Wie bei den Hinweis- und Warnschildern oder Verbotsschildern im Straßenverkehr gelten daher auch in der innerbetrieblichen Verwendung bestimmte Farbcodes.

Vorschriften für Kennzeichnung im Betrieb

Wie und wo Kennzeichnungen und Markierungen im Betrieb einzusetzen sind, regelt die Arbeitsstättenverordnung, konkret die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“. Dort finden sich, neben der Gestaltung von Flucht- und Rettungsplänen, eben auch Vorschriften zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung. Darunter fällt, ganz konkret:

Die Markierung von Treppenstufen, Absätzen und anderen Gefahrenstellen; die Kennzeichnung von Ladeflächen, Fahrwegen bzw. Fußwegen und die Kennzeichnung von Fluchtwegen.

Eine Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung im Sinne des ASR kann die Kennzeichnung durch Schilder, Warnaufsteller, Schall- oder Leuchtzeichen sowie Farbmarkierungen sein. Dazu eignen sich Markierungsfarben für den Boden genauso wie Markierungsbänder oder Aufkleber.

Welche Eigenschaften müssen Bodenmarkierungen erfüllen?

Bodenmarkierungen müssen, um haltbar und langfristig gut sichtbar zu sein, hohen Anforderungen genügen. In Lager oder Werkshalle müssen sie das Befahren mit Gabelstaplern und Reinigungsmaschinen genauso abkönnen wie den Kontakt mit Wasser, Motorenölen, Chemikalien und vielen, vielen Füßen. Im Außenbereichkommen Witterungseinflüsse wie UV-Strahlung und Temperaturschwankungen sowie das Befahren mit tonnenschweren LKWs dazu. Hier eignen sich, neben speziellen, für den Außenbereich zugelassenen Markierungsbändern, auch Markierungsfarben zum Aufsprühen sowie, für Extrembelastungen wie das ständige Befahren mit LKW spezielle Bodenmarkierungsnägel.

Bodenmarkierungen im Betrieb

Markierung von Hindernissen und Gefahrenstellen: Zweifarbig

Damit Kennzeichnungen intuitiv erfasst werden können und nicht erst langes Rätselraten über die Bedeutung von zum Beispiel Warnbändern entsteht, schreibt die ASR folgende Verwendung vor:

  • Dauerhafte Hindernisse und Gefahrstellen (wie beispielsweise mögliche Sturzkanten wie Laderampen oder der Schwenkbereich von Türen) sind durch gelbschwarze Streifen (sogenannte Sicherheitsmarkierungen) deutlich erkennbar und dauerhaft zu kennzeichnen.

Zeitlich begrenzte Hindernisse und Gefahrenstellen (zum Beispiel eine Baugrube oder ähnliches) sind durch rot-weiße Streifen zu kennzeichnen.

Gefahrenstellen markieren

Markierung von Fahrwegen und Zonen: Einfarbig

Bodenmarkierungen von Fahrwegen sind, entsprechend ARS, deutlich und in einer gut sichtbaren Farbe (einfarbig, vorzugsweise weiß oder gelb) zu kennzeichnen, die einen möglichst guten Kontrast zur Bodenfarbe aufweist. Weiter schreibt das ARS vor, dass die Markierungen eine Mindestbreite von 5 cm aufweisen müssen. In stark befahrenen Zonen empfiehlt sich, wegen der besseren Haltbarkeit, die Verwendung von Markierungsnägeln oder -knöpfen – mindestens drei pro Meter.

Auch Bodenmarkierungen von Fußgängerbereichen (meist gelb) und Palettenstellplätzen oder Maschinenstellplätze (ebenfalls gelb, weiß oder gelegentlich blau) werden einfarbig markiert. Das Gesetz macht hier zur Farbe keine Vorschriften – es empfiehlt sich aber, der Klarheit halber, nicht allzu kreativ zu werden.

Die Bedeutung der Farben

Und das bedeuten die Farben ganz generell:

  • Rot (rund)= Verbot
  • Rot (eckig)= Brandschutz
  • Blau = Gebot
  • Gelb = Warnung
  • Grün = Rettungszeichen und Fluchtwege

Generelle Hinweise

Farben Bedeutung Sicherheitszeichen

Rot bedeutet GEFAHR! Nehmen Sie ROT tatsächlich nur sparsam und an den Stellen, wo Gefahr droht. Ein „zu viel“ an Rot bewirkt nämlich das Gegenteil von dem, was Sie erreichen möchten: Die Achtsamkeit lässt nach!

Weniger ist mehr! Vermeiden Sie eine Anhäufung von Sicherheitszeichen. Ist das Sicherheitszeichen nicht mehr notwendig, entfernen Sie es, um Unklarheiten zu vermeiden. Und Achtung: Bei der Planung der verschiedenen Flächen achten Sie darauf, dass maximal 2 Flächen/ Farben aneinandergrenzen. Nur so lässt sich die Bedeutung „spontan“ erfassen.

Gut in Schuss! Bitte überprüfen Sie regelmäßig Ihre Bodenmarkierungen und stellen Sie sicher, dass sie gut sichtbar, sauber und gut haftend sind. Gegebenenfalls: Erneuern! Besonders im Außenbereich: Entfernen Sie Laub oder ggf. Schnee.

Rutschen! Markierbänder können unter Umständen, aufgrund des Materials, ein wenig rutschiger sein als die Umgebung. Wenn Sie dies vermeiden möchten, können Sie auch zu Antirutsch-Belägen oder Hallenmarkierfarben greifen.

Markierungsbänder oder Markierungsfarben?

Im Außenbereich eignen sich aufgrund der Witterungseinflüsse Markierungsfarben. Achten Sie auf trockenen, sauberen Untergrund vor dem Auftragen. Für besonders stark beanspruchte Bereiche, wie beispielsweise Markierungen stark frequentierter Betriebsgelände mit LKW-Fuhrpark, eignen sich am besten Farben mit einem hohen Pigmentanteil und einer dadurch besonders hohen Deckkraft. Die Farben werden einfach aufgesprüht – entweder mithilfe einer Schablone oder auch mithilfe eines Markierungswagens. Dank der Schlagschnur gelingen auch gerade Linien. Aber auch für den Außenbereich geeignete Markierungsbänder haben ihre Vorteile: Hier ist, im Gegensatz zur Sprühfarbe, keine Trockenzeit (rund 10 Minuten) zu beachten.

Im Innenbereich haben sich selbstklebende Markierungsbänder durchgesetzt. Die Vorteile: Keine Trockenzeit, robust und im Bedarfsfall wieder ablösbar. Je nach Beschaffenheit eignen sich diese Markierungsbänder auch für den Außenbereich. Auch beim Anbringen der Markierungsbänder gilt: Der Untergrund muss sauber, trocken und fettfrei sein. Und: Für gute Bodenhaftung vermeiden Sie es, die Bänder überlappend zu verkleben! Ein gewisser Nachteil: Bei den Markierungen zum Aufkleben sind Sie auf die Formen und Symbole angewiesen, der der Handel hergibt. Freie Formen und Symbole lassen sich eben nur aufsprühen, zum Beispiel mithilfe von Schablonen.

Temporäre Markierungen? Aufsteller!

Ist absehbar, dass eine Markierung nur für eine sehr begrenzte Zeit Gültigkeit haben wird, sollten Sie zu Markierungsbändern greifen, die sich relativ leicht wieder entfernen lassen. Noch einfacher: Vielleicht eignet sich ja auch ein Warnaufsteller? Diese werden in der Regel sehr gut wahrgenommen und haben eine enorm hohe Flexibilität: Sie können einfach zusammengeklappt und an anderer Stelle aufgestellt werden. Diese Mobilität kann natürlich auch zum Nachteil werden: Es ist nicht zu 100% gewährleistet, dass sie nicht unsachgemäß verschoben oder entfernt werden…

Bodenaufsteller

Auch das sind Bodenmarkierungen

Ramm- und AnfahrschutzMit Anfahrschutz und Prallschutz wie Rammschutzbalken oder Rammschutz-Pollern lassen sich nicht nur Bereiche markieren, sondern auch wirkungsvoll Maschinen, Regale und ähnliches vor versehentlichem Anfahren schützen.